Warum ich meinen gut bezahlten, zukunftsträchtigen Beruf an den Nagel gehängt habe?

Dass ich heute hier stehe und sage „Hallo, mein Name ist Leonie Ries und ich bin Familiencoach“ hätte ich mir vor 10 Jahren niemals vorstellen können. Ja, nicht mal vor einem Jahr hätte ich gedacht, dass ich heute hier stehe und den Satz aus vollem Herzen sage.

Eigentlich habe ich schon während des Studiums der Angewandten Informatik gemerkt „Dieser Beruf erfüllt mich nicht, ich habe den Eindruck, dass ich hier nicht mein volles Potential ausleben kann“, aber ich war gefangen in meinen Gedanken und Glaubenssätzen: „Jetzt hast du dich schon dafür entschieden, dann ziehst du es auch durch“ – „Der Beruf gibt gutes Geld und ist zukunftsweisend“ – „Dieser Weg ist sicher!“ „Das schaffst du schon, wenn du dich anstrengst“

Und so beendete ich das Studium mit einem guten Abschluss („Na sieht du, das hat doch geklappt“) und begann in einer Branche zu arbeiten, in der ich immer das Gefühl hatte „nicht richtig“ zu sein. Ich biss mich durch, versuchte Erwartungen von Vorgesetzten, Kollegen, Kunden zu erfüllen und gleichzeitig auch der Gesellschaft, denn als Frau wollte ich irgendwie auch beweisen, dass es nicht vom Geschlecht abhängt, welchen Beruf wir wählen und ausüben können.

Als ich vor 10 Jahren in Elternzeit mit meiner ältesten Tochter war, kam zum ersten Mal ein Gespür auf von „ich will mehr“, aber ich konnte nicht sagen, was es genau ist. Irgendwie mehr Sinnhaftigkeit – ich wollte einen Beruf ausüben, der mir Spaß macht und in der Welt etwas Positives beiträgt. Ich merkte, dass mir die Zusammenarbeit im Team und mit Kunden sehr wichtig ist und am meisten Spaß machte, ich versuchte verschiedene Möglichkeiten innerhalb der Firma und der Branche zu finden, aber die Firmenstruktur ließ nichts dergleichen zu und ich selbst hatte keinen Mut, einen komplett neuen Weg einzuschlagen. Außerdem war da wieder dieses Gefühl, ich müsse als Frau – und besonders als Mutter! – beweisen, wie gut ich mich in der Branche behaupten könne und vor allem, dass Karriere und Kind vereinbar seien

Kurz vor der zweiten Elternzeit habe ich eine Möglichkeit bekommen, innerhalb des Konzerns eine neue Aufgabe zu bekommen und erhoffte mir Veränderung. Die gab es auch – leider nicht in die gewünschte Richtung. Ich saß in einem internationalen Team als einzige in Deutschland. Meine Kollegen begannen ihren Arbeitstag, als ich mein Kind von der Kita abholte. Für mich war klar, dass ich nach der zweiten Elternzeit nicht das gleiche machen möchte und bekam auch von meiner Chefin die Bestätigung, dass sie eine andere Aufgabe für mich findet.

Dies hielt nicht lange an und ich kam wieder in das Team. Zwar gab es mittlerweile auch Teammitglieder in Deutschland, allerdings machte mir weder die Aufgabe noch die Zusammenarbeit wirklich Freude. Vormittags war ich im Stress und nachmittags motzte ich meine Kinder an.

Plötzlich war meine Stimme weg. Ich brachte kaum einen Ton mehr raus. Der HNO untersuchte mich und stellte fest „Organisch ist alles in Ordnung, haben sie Stress? Sie sollten sich überlegen, ob es etwas in ihrem Leben gibt, dass sie ändern sollten!“ Bähm! Das saß! Ich ging nach Hause und überlegte, was sollte ich tun? Mir war klar, dass ich etwas an meinem Berufsleben ändern musste, aber was? Ich hatte ja schon die Erfahrung gemacht, dass ich intern nur schwer und nicht unbedingt schnell etwas Neues finden würde. Ich musste aber so schnell wie möglich erstmal aus dieser Mühle aussteigen! so kam es mir zugute, dass ich erst insgesamt 2,5 Jahre Elternzeit genommen hatte und beschloss, wieder in die passive Elternzeit zu gehen um Zeit für mich zu haben und zu überlegen, wie es weiter geht.

Daheim brauchte ich eine ganze Weile, um erstmal durchzuatmen, zu mir zu kommen. Und mich zu fragen „Was will ich eigentlich?“ Ist es wirklich notwendig, bis zur Rente etwas zu tun was mich weder erfüllt noch Freude bereitet? Zu dem Zeitpunkt hätte ich noch 34 Jahre bis zur gesetzlichen Rente zu arbeiten gehabt. Das ist eine Menge! Und wenn meine Körper mir so deutliche Signale sendet, stellt sich die Frage, ob er es überhaupt bis dahin durchhalten würde? Würde es sich nicht selbst für ein Jahr „Glücklichsein“ lohnen, alles umzukrempeln, von vorne zu beginnen? JA! Das war mir nun klar und ich wusste ganz klar, ich will Menschen helfen! Am besten Familien!

Dann stand ich vor einer Fülle und Vielfalt an Möglichkeiten auch außerhalb von klassischem Hochschulstudium oder Berufsausbildung. Ich beschloss, aber eine allgemeine Grundlage zu legen, und begann die Ausbildung zur Psychologischen Beraterin als Fernstudium. Nachdem mein Geist und Körper zur Ruhe gekommen sind und Entspannung sich eingenistet hat, hat sich dann auch noch etwas anderes eingenistet und ich unterbrach meine berufliche Veränderung in der Schwangerschaft mit meiner jüngsten Tochter. Ich beschloss, diese wohl letzte Elternzeit gut auszukosten und wir planten erstmal keine außerfamiliäre Betreuung vor dem 3. Geburtstag.

Als meine Tochter 1 Jahr war, machten wir als Familie eine sehr herausfordernde Zeit mit, bei der ich sehr stark an und über meine Grenzen ging und mich selbst fast komplett aus den Augen verlor. Ich litt unter Schwindel, extremer Müdigkeit und hatte ganz vergessen, was Freude ist.

Anfang 2020 machte ich eine unglaubliche Erfahrung auf der Masterclass of Personality bei Tobias Beck und fasste den Entschluss, dass ICH nun Verantwortung übernehme für mein Leben, ich will meinen Traum verwirklichen und stelle mich nicht mehr hinten an. Ich möchte nun meine Ausbildung weitermachen und mich selbständig machen! Die Suche nach einer Betreuungsmöglichkeit für meine Tochter wurde im März 2020 abrupt beendet und ich hatte nun 3 Kinder daheim. Als sich der erste Frust über die Situation legte, beschloss ich, dass es keinen besseren Zeitpunkt gibt, etwas zu ändern, als JETZT!

Aus einem Impuls meines Herzens heraus begann ich ein Mentorship Programm bei Christian Gaertner, es folgten bis zum Jahresende ein zweiter Teil und ein Online Programm. Parallel habe ich Christian im Team ein Praktikum gemacht und durfte in den Beruf des Coaches reinschnuppern.

Als meine Tochter im November in den Kindergarten kam, habe ich meine Unterlagen wieder aufgenommen und festgestellt, dass ich einen großen Teil der Inhalte selbst über das Jahr umgesetzt und gelernt hatte, sodass ich den theoretischen Teil in wenigen Monaten durcharbeiten konnte.

Wir bauten parallel die Homepage und Printmaterialien auf, aber mir fehlte tatsächlich die innere Überzeugung dass ICH als Leonie wirklich anderen helfen DARF und KANN. Im Mai war ich dann auf einem unbeschreiblichen Seminar von Christian- die Transformation Mastery! Wow!!! Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass ich MIR etwas zutraue, mich mag und mich so darauf freue meine Vision und meine Wahrheit in die Welt zu tragen! Schon nach dieser Zeit kann ich sagen, es hat sich jeder Schritt gelohnt!

Und Hürden wie die Selbständigkeit, Buchhaltung, Homepage, Marketing und so weiter befinden sich nur in meinem Kopf!

Ich kann es jedem ans Herz legen, der das Gefühl hat, dein Leben könnte mehr bieten – geht los und findet euren Weg! Glaubt an Euch, sucht euch Hilfe, wenn es mal stockt, aber verliert euch und eure Träume nicht aus den Augen.

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